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 Gemeinde : Partnerschaften : Botswana

Partnerschaft mit Botswana

Partnerschaft mit der Gemeinde Sehitwa in Botswana im südlichen Afrika.

Die Geschichte der Partnerschaft der Lukaskirchengemeinde mit der afrikanischen Gemeinde Sehitwa im Nordwesten Botswanas – 1.180 Kilometer von der Hauptstadt Garbarone entfernt – nimmt 1982 ihren Anfang, als Pfarrer Peter Ohligschläger und seine Familie im Auftrag der VEM in diese Gemeinde im südlichen Afrika übersiedeln.

Die Arbeit von Peter Ohligschläger an seiner neuen Wirkungsstätte wird von Anfang an von der Lukaskirchengemeinde vor allem mit finanziellen Mitteln für verschiedene Projekte unterstützt. Durch besondere Kollekten, bei Gemeindefesten oder durch Altpapiersammlungen werden Gelder für seine Arbeit in Sehitwa aufgebracht.

Noch im Jahr der Aussendung bildet sich der „Arbeitskreis Botswana“, an dem sich alle Gruppen der Gemeinde beteiligen. Dadurch gelingt es, viele Gemeindemitglieder in diese partnerschaftliche Arbeit mit Afrika einzubeziehen, mit der man in der Lukaskirchengemeinde bis dahin keinerlei Erfahrungen hatte.

Die Zeit der Besuche – sich kennen lernen und Vertrauen aufbauen
Persönliche Kontakte mit den afrikanischen Partnern bilden in den folgenden Jahren eine wesentliche Grundlage für die Ausgestaltung der Partnerschaft. 1985 fährt erstmals eine kleine Gruppe von Gemeindemitgliedern zu einem Informations- und Arbeitsbesuch zu den Ohligschlägers nach Sehitwa, um vor Ort die Probleme und Bedürfnisse kennen zu lernen.

Im gleichen Jahr besucht Dean (Superintendent) Tijtunga des Kirchenkreises Maun, zu dem Sehitwa gehört, auf einer Deutschlandreise die Lukaskirchengemeinde. Bei einem weiteren Besuch im Jahr 1986 wird er begleitet von zwei jungen Mitarbeitern, Annah Mupahua und Cosmos Moenga, die viele Jahre später selbst bedeutende Aufgaben innerhalb der dann Evangelisch-Lutherischen Kirche von Botswana (ELCB) übernehmen werden.
 
Bei beiden Besuchen erhalten die an der Botswana-Arbeit interessierten Gemeindemitglieder in langen Gesprächen mit den afrikanischen Gästen ein Bild von der besonderen Situation und von den Nöten ihrer Kirche und ihrer Gemeinde. Es werden Projekte besprochen, bei denen Hilfe von außen dringend erforderlich ist.

Der Besuch aus der afrikanischen Partnergemeinde gibt den Anstoß zur Gründung des „Freundeskreises Botswana“, der sich zum Ziel setzt, die Partnerschaft zwischen der Lukaskirchengemeinde und der Gemeinde in Sehitwa weiter zu intensivieren. In einem ersten Projekt verpflichtet sich der Freundeskreis durch Beiträge und Spenden seiner Mitglieder für 16 Monate die Vergütung für zwei dringend benötigte neue Mitarbeiter in der Gemeinde Sehitwa zu übernehmen, die von der Gemeinde selbst nicht aufgebracht werden kann.

Ab Mitte der 80er Jahre ist das Pfarrerehepaar Weßler, das in den Freundes- und Partnerschaftskreis seine 15jährige Afrikaerfahrung aus Namibia einbringen kann, die treibende Kraft hinter der Partnerschaft innerhalb der Lukaskirchengemeinde. Ihnen gelingt es, viele engagierte Gemeindemitglieder in die Arbeit einzubeziehen und immer wieder kritische Fragen zu erläutern, wenn sich bei Projekten oder in der Zusammenarbeit Probleme ergeben.

In den 90er Jahren beteiligt sich die Lukaskirchengemeinde immer wieder mit erheblichen Mitteln an der Durchführung von Projekten. Finanzielle Hilfe wird aber auch in akuten Notsituationen in der Gemeinde Sehitwa geleistet, wie z.B. durch Übernahme der Kosten für die Reparatur des Landrovers für den einheimischen Pfarrer. Besuche in Sehitwa und Gegenbesuche in der Lukaskirchengemeinde finden in den 90er Jahren mehrfach statt. Sie tragen dazu bei, dass der persönliche Kontakt erhalten bleibt.

1994 fährt eine Gruppe Jugendlicher aus der Lukaskirchengemeinde zu einem vierwöchigen Arbeits- und Informationsbesuch nach Botswana. Sie helfen bei der Renovierung der Kirche in Maun und lernen vor Ort die Probleme einer abgelegenen afrikanischen Gemeinde kennen. 1996 erwidert eine Gruppe von sechs jungen Leuten aus dem Kirchenkreis Maun unter Leitung von Dorcas und Annah den Besuch. So sind die 90er Jahre eine Zeit intensiver Beziehungen und Begegnungen.

Die Partnergemeinde im Griff der Geisel „Aids“
In den darauf folgenden Jahren verliert die Partnerschaft leider deutlich an Schwung. 2003 kommt es nochmals zu einer größeren Begegnung, als eine Gruppe aus acht jungen Leuten aus dem nordwestlichen Kirchenkreis der ELCB auf einer mehrwöchigen Reise durch Deutschland für einige Tage die Lukaskirchengemeinde besucht.
Sie erfreuen die Gemeinde bei einem Gottesdienst mit afrikanischen Gesängen. Gleichzeitig berichten sie über die gravierenden Folgen der Seuche „Aids“, die sich in ganz Botswana immer weiter ausbreitet und von der auch Sehitwa betroffen ist. Große Teile der Bevölkerung, vor allem der jungen Generation, sind inzwischen von der immer noch unheilbaren Krankheit befallen. Die Sterberate ist hoch und immer mehr Aids-Waisen bleiben allein zurück, auch in der Partnergemeinde Sehitwa. Für diese Kinder hat man ein Waisenhaus errichtet, das von den Partnern nun dringend Unterstützung benötigt. Eine spontane Sammlung im Rahmen des Besuches erbringt einen namhaften Betrag, den die Besuchern als Spende für das Waisenhaus mitnehmen können, das in den folgenden Jahren weiter finanziell unterstützt wird.

Partnerschaft ohne Zukunft?
Die Verhältnisse in Botswana haben sich inzwischen in mehrfacher Hinsicht weiter verschlechtert. Die Ausbreitung von Aids und die Versorgung der Aidskranken bereitet weiterhin große Sorgen. Gleichzeitig hat sich die finanzielle Situation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Botswana dramatisch verschlechtert. Bischof Dr. Cosmos Moenga berichtet bei einem kurzen Besuch in Düsseldorf 2006 über die äußerst schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse des ELCB, die der Kirche kaum noch Spielraum zur Finanzierung karitativer Projekte ermöglichen, zumal nicht einmal genügend Mittel für die Bezahlung der bereits sehr kargen Gehälter der Pfarrer zur Verfügung stehen.

Auch bei der Partnerschaft zeigen sich zunehmend Schwierigkeiten. Besonders der Mangel an Kommunikation von afrikanischer Seite hat dazu geführt, das auch innerhalb der Gemeinde das Engagement deutlich zurück gegangen ist. Gerade jetzt würde jedoch die afrikanische Partnergemeinde unsere christlich-brüderliche Hilfe dringend benötigen. Gegenwärtig scheint jedoch eher die Gefahr zu bestehen, dass sich diese Partnerschaft aufgrund mangelnder Kommunikation allmählich auflöst.

Über Botswana
Botswana ist ein Land im südlichen Afrika. Es grenzt im Südosten an Südafrika, im Westen an Namibia, im Norden an Sambia und im Nordosten an Simbabwe. Mit einer Fläche von rund 600.000 km² ist Botsuana etwas größer als Frankreich, das Land gehört allerdings zu den am dünnsten besiedelten der Erde. Große Teile des Landes macht die Halbwüste (Kalahari)im Südteil aus. Sie besteht aus Dorn- und Grassavannen.
Botswana wird oft als das Musterland Afrikas bezeichnet. Seit seiner Unabhängigkeit von Großbritannien 1966 wird das Land demokratisch regiert. Auch wirtschaftlich befindet sich Botswana in einer stabilen
Lage. Grundlage für diese Entwicklung ist der Diamantenexport. Botswana ist der weltweit größte Produzent von Schmuckdiamanten.
Das Land hat dennoch wie andere Staaten der Region mit Entwicklungsproblemen zu kämpfen. Es gehört zu den dürregefährdetsten Ländern Afrikas. Ein weiteres großes Problem ist die HIV/AIDS-Seuche. Nach offiziellen Angaben sind 35,8 Prozent der Gesamtbevölkerung
infiziert – die zweithöchste Rate der Welt nach Swasiland. Alle drei Stunden stirbt ein Mensch im Land an Aids. Die Auswirkungen auf
die Wirtschaft und die Sozialstruktur werden immer gravierender.

Religionen: 
Örtliche traditionelle Glaubensrichtungen 49,2 %
Protestanten 29,0 %
Afrikanische Christen 11,8 %

Tageslosung heute

Tageslosung

Lass leuchten dein Antlitz über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr!
(Daniel 9,17)

Ihr seid aufgebaut auf dem Fundament der Apostel und Propheten - der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, durch ihn werdet auch ihr mit eingebaut in die Wohnung Gottes im Geist.
(Epheser 2,20-22)

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