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Über Leitvorstellungen nachgedacht

Synode des Kirchenkreises Düsseldorf tagte im April 2011.

Kirchliche Leitvorstellungen, die Förderung innovativer Gottesdienstformen und neuer Projekte sowie die Frage nach der sozialräumlichen Entwicklung der Landeshauptstadt und deren Konsequenzen für die Zukunftsplanung der evangelischen Kirche standen Anfang April auf der Tagesordnung der Kreissynode Düsseldorf, dem Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises.

Frühjahrssynode 2011

Eines der Hauptthemen der Synode war die Frage nach den Kriterien, die die zukünftige Präsenz der evangelischen Kirche in Düsseldorf  steuern könnten. Hierzu wurden keine Beschlüsse gefasst. Erst einmal ging es darum, notwendige und relevante Hintergründe zu klären.

Etwa die Frage nach der sozialräumlichen Entwicklung der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2020. Zudem wurde darüber nachgedacht, wie die evangelischen Gemeinden mit ihren Kirchen und Gemeindehäusern im Licht der Leitvorstellung von der missionarischen Volkskirche umgehen könne.

Der Leiter des Jugendamtes der Landeshauptstadt, Johannes Horn, betonte, dass bei den Planungen der Landeshauptstadt ganz klar die Menschen im Zentrum stünden – alle Menschen der Stadt: die Älteren wie die Familien, die Alleinerziehenden genauso wie die Kinder in Hochhaussiedlungen und auch die ausländischen Mitbürger.  

Es gehe darum, den Menschen eine Heimat zu geben. Dabei spielen die Kirchen natürlich eine Rolle, aber auch die Tageseinrichtungen für Kinder, die Familienzentren, die Jugendfreizeiteinrichtungen, die Bürgerhäuser und Familientreffs sowie – für die ältere Genration – die Zentren Plus. Es gehe darum, nicht alles doppelt und dreifach zu machen, sondern jeder der sozialen Träger solle einen Part übernehmen, so Horn. "Wir brauchen Begegnungsräume in den Stadtteilen – in diese Richtung müssen wir stärker nachdenken." Horn sprach die Hoffnung aus, dass die evangelische Kirche sich an der Weiterentwicklung der Stadt beteilige. Die Stadt wünsche, dass "die Kirche auch in den Stadtteilen unterwegs ist".

Missionarisch Volkskirche sein

Die Vorsitzende des Ständigen Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Pfarrerin Dr. Ilka Werner, beleuchtete die kirchliche Immobilienplanung anhand der Leitvorstellung "Missionarisch Volkskirche sein". Damit ist eine Kirche gemeint, die auf die Menschen zugeht, um sie mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen und eine Kirche, die Kirche für alle ist und weiterhin im öffentlichen Raum wirkt. Werners Ansatz: "Ein Kirchbau ist nie nur, was er ist."

Kirchen haben Ausstrahlungskraft, sie senden Botschaften aus. "Was ist mit der Symbolkraft eines Gebäudes, wenn wir es nicht mehr mit Leben füllen können?" Kirchengebäude sollten einladend sein, die Menschen sollten sich in ihnen wohlfühlen. Kirchen bieten Räume, "um die herum man spürt, dass das, was im Alltag ist, nicht alles ist", so Werner. Wenn es denn nötig sei, Kirchen aufzugeben, sollte sorgfältig abgewägt werden, welche Folgen welche Lösung heute für spätere Generationen hat. Werners Rat an die Leitungsgremien: "Transparenz gewährleisten und Partizipation ermöglichen". Und schließlich dann noch dies: "Mit der Erfahrung kirchlichen Aufbruchs rechnen – Mut haben."

Innovationsfonds

Beschlossen wurde auf der Synode, dass der Kirchenkreis mit einer Summe von 60.000 Euro sieben innovative Projekte fördert. Das reicht von popular-musikalischen Veranstaltungen bis zu einem besonderen Andachtsformat, die Beschäftigte vor allem im Derendorfer Norden nach der Arbeit zu einem "chill out" einlädt. In der Urdenbacher Gemeinde soll eine Schäferwagen-Kirche entstehen. Die Idee: generationsübergreifend treffen sich Menschen und bauen eine Gottesdienststätte, die auf einem PKW-Anhänger transportiert und mobil eingesetzt werden kann. (evdus)

(Bild: evdus)

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