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Runder Tisch: Wie viel kostet ein Gottesdienst?

Nachrichten aus dem Presbyterium Januar 2011

Einmal im Jahr treffen sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende der Lukaskirche, um gemeinsam auf das Erreichte des vergangenen Jahres zurückzublicken und anstehende Termine und besondere Vorhaben zu planen. Im Januar war es wieder soweit: Der "Runde Tisch" tagte im Gemeindesaal der Lukaskirche.

Bei den Berichten aus den einzelnen Gruppen der Senioren-, Frauen und Männerarbeit sowie der Kinder- und Jugendarbeit zeigte sich, wie rege, bunt und vielfältig das Gemeindeleben in Lukas nach wie vor ist. Ein kleines Jubiläum konnte der Ehepaarkreis im vergangenen Jahr feiern: Ihn gibt es seit bereits 35 Jahren. Um die bei vielen Senioren beliebten Geburtstagsbesuche der Gemeinde aufrecht erhalten zu können, braucht der Besuchsdienstkreis dringend Verstärkung. Die Suche nach Freiwilligen für diesen Gemeindedienst war im vergangenen Jahr leider nicht sehr erfolgreich.

Lukas-Tisch

Der Lukas-Tisch, die kostenlose Lebensmittelausgabe für Bedürftige, ist dagegen beträchtlich gewachsen. Hier werden mittlerweile 170 Familien einmal in der Woche mit Lebensmitteln versorgt. Ebenso positiv angenommen werden der Lukas-Kleiderladen sowie die parallel zum Lukas-Tisch stattfindende Sozialberatung der Diakonie. Eine Entwicklung, die viele mit gemischten Gefühlen sehen.

Die Entwicklung des Lukas-Tisches von einer kleinen Lebensmittelausgabestelle für ein paar wenige Familien zur festen Institution für so viele in nur zwei Jahren zeigt, dass die Armut in unserer Gesellschaft stetig zunimmt. Die Lebensmitteltafeln, von denen es mittlerweile deutschlandweit fast 1.000 gibt, können zwar die Not lindern, die Armut jedoch nicht beseitigen.

Kindertagesstätte

Im Lukas-Kindergarten werden neben den Drei- bis Sechsjährigen zur Zeit fünf Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren betreut. Geplant ist eine Erweiterung auf 10 bis 12 Kinder dieser Altersgruppe. Dies setzt allerdings voraus, dass der Kindergarten zusätzliche Räume erhält. Das Genehmigungsverfahren für einen Anbau läuft zwar schon, ein Termin für den Baubeginn steht aber noch nicht fest. "Die religionspädagogische Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und Kindergarten gestaltet sich unter dem neuen Träger Diakonie erfreulicherweise genauso positiv wie früher, als die Gemeinde noch selbst Träger der Einrichtung war", resümierte Kita-Leiterin Marion Kläs.

Sinus-Studie

Interessante Einblicke in die Bevölkerungsstruktur der Lukaskirchengemeinde stellte Pfarrerin Inga Bödeker anhand der sogenannten "Sinus Studie" vor. Die Studie liefert bis auf Straßenebene Daten über Alters-, Einkommens- und Partnerstrukturen, zum Beispiel wo wie viele Alleinstehende, Verwitwete, Rentner usw. wohnen. Auch Nationalitäten und Glaubensrichtungen sind in der Studie erfasst.

Neues Kirchliches Finanzwesen

Pfarrer Harry Heidrich erläuterte das Neue Kirchliche Finanzwesen (NKF), das im nächsten Jahr eingeführt wird. Bereits 2006 hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EkiR) beschlossen, ihr bisher kameralistisch geführtes Finanzsystem auf das in der Wirtschaft übliche System der kaufmännischen Buchführung für alle ihre Körperschaften umzustellen. Diese Umstellung ist für alle Gemeinden der rheinischen Kirche zwischen Emmerich und Saarbrücken verpflichtend und soll bis 2015 abgeschlossen sein. Die Reform ist mehr als nur eine bloße Umstellung eines Buchführungsverfahrens und die Einführung einer neuen, einheitlichen Software.

Es soll den Kirchengemeinden helfen, einen realistischeren Blick auf ihr Vermögen und dessen Veränderung in einem Haushaltsjahr zu bekommen. Kosten sollen transparenter werden. Erstmals sollen Aussagen möglich sein wie: Was "kostet" ein Gottesdienst? Wie viel Arbeitszeit wenden die Beteiligten (Pfarrer, Kirchenmusiker, Küster) für einen Gottesdienst auf? Wie viele ehrenamtliche Stunden stecken in welchen Projekten? Dazu müssen alle Gemeinden Haushaltsbücher erstellen, die die Entwicklungen, Aufgaben und Ziele widerspiegeln und alle Einnahmen und Ausgaben ausweisen. Es müssen Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen erstellt, Abschreibungen vorgenommen und Inventuren durchgeführt werden.

Die damit verbundenen organisatorischen Arbeiten bringen sowohl für die Verwaltung als auch für die Gemeinden einen enormen Aufwand mit sich, befürchtete Heidrich. Als Vorbereitung auf die Umstellung werden die Presbyterien in diesem Jahr u.a. damit beschäftigt sein, Handlungsfelder, Kostenstellen und Umlageschlüssel zu definieren sowie Gebäude zu bewerten.

Günter Böhnke

 

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